Strukturanalyse des oö. Lebensmitteleinzelhandels

Oberösterreich ist gut versorgt

„Ein zentraler Punkt meines Programms ‚Fit for Future – Oberösterreichs 2030‘ ist die Erhaltung unserer Gemeinden als lebendige Zentren, etwa durch die Stärkung der Ortskerne als auch durch ein funktionierendes Nahversorgungs-Netzwerk. Zur Erhaltung der Nahversorgung in den ländlichen Regionen gibt es beispielsweise ein eigenes Förderungsprogramm des Landes OÖ zur Unterstützung der Nahversorger in den Gemeinden“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

„Der Lebensmitteleinzelhandel sieht sich nach wie vor einem ständigen Strukturwandel ausgesetzt und steht schon seit Jahren vor großen Herausforderungen. Um die Entwicklung des oö. Lebensmitteleinzelhandels genau unter die Lupe zu nehmen, beauftragte das Landesgremium gemeinsam mit dem Land Oberösterreich das Institut market calling mit der Analyse der Struktur des oö. Lebensmitteleinzelhandels“, sagt WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer. „Der Lebensmitteleinzelhandel in Oberösterreich ist im ländlichen Bereich weiterhin von sehr individuellen, selbstständigen und eher klein ausgerichteten Unternehmen geprägt. Das Erfreulichste am Ergebnis ist, dass die Analyse zeigt, dass Oberösterreich nach wie vor sehr gut versorgt ist. Auch wenn es Gemeinden gibt, in denen kein Nahversorger mehr vorhanden ist, so ist die Wegstrecke zum nächsten Geschäft für den täglichen Bedarf zumeist sehr kurz. Gründe für das Fehlen eines Nahversorgers sind häufig die fehlende Unternehmensnachfolge und schlicht und einfach der Grund, dass sich ein eigenes Geschäft nicht rechnen würde“, ist Sery-Froschauer überzeugt. Insgesamt müssen derzeit 54 oberösterreichische Gemeinden ohne Nahversorger auskommen, 2016 waren es 41 und 2009 waren es 56. „Mit diesem Ergebnis zeigt sich trotz der gestiegenen Zahl, dass Oberösterreich so gut versorgt ist, wie nur wenige Bundesländer“, ist Sery-Froschauer überzeugt.

„Insgesamt wurden in der Strukturanalyse 2.547 Lebensmittelhändler aus der Mitgliederdatenbank der WKOÖ kontaktiert“, berichtet Gremialobmann Johannes Jetschgo. 40 Prozent der Unternehmen haben eine Verkaufsfläche bis max. 80 Quadratmeter. Bei 38 Prozent liegt die Fläche zwischen 81 und 1000 Quadratmetern. Die Verkaufsflächen haben sich somit seit 2016 geringfügig vergrößert. Mehr als die Hälfte der selbständigen Lebensmittel-Einzelhändler gibt 2019 einen Jahresumsatz von weniger als einer Mio. Euro an. Die Unternehmer sehen im Bereich Personal, Personalakquise und Lohnkosten die größte Herausforderung (19 Prozent). An zweiter Stelle steht die Konkurrenz mit 11 Prozent. Weitere Punkte sind das Marketing, Förderungen und die Bürokratie mit jeweils 6 Prozent.

Oberösterreich ist gut versorgt

V.l.: Gremialgeschäftsführer Manfred Zöchbauer, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer und Gremialobmann Johannes Jetschgo.
copyright: Friedrich

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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