Natura 2000: Vertragsverletzungsverfahren gegen Oberösterreich wurde eingestellt

WKOÖ-Präsidentin Hummer: Naturschutz mit Augenmaß sichergestellt!

Natura-2000-Gebiete sind schützenswerte Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die sich durch seltene Tier- und Pflanzenarten auszeichnen.  Etwa 7 Prozent der oö. Landesfläche wurden in der Vergangenheit der EU-Kommission als Natura-2000-Gebiete gemeldet.

Einigen NGO sowie der OÖ Umweltanwaltschaft war das noch immer zu wenig. Sie erstatteten Anzeige, worauf die EU-Kommission von Österreich verlangte, weitere 220.000 Hektar (etwa 18 Prozent der Landesfläche) binnen kurzer Frist als zusätzliche Natura-2000-Gebiete nach Brüssel zu melden.

Mit der Ausweisung als Natura-2000-Gebiet sind für den Grundeigentümer bzw. Flächennutzer jedoch zahlreiche Einschränkungen verbunden: Betriebs- und Infrastrukturvorhaben werden mitunter massiv erschwert oder gar verhindert. Selbst Betriebe neben Natura-2000-Gebieten sind – weil auch Einwirkungen von außerhalb zu beachten sind – potenziell betroffen.

„Das Wirtschaftsparlament der WKO Oberösterreich hat daher auf meinen Antrag hin bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in einem Beschluss gefordert, dass bei einer Ausweisung von Natura-2000-Gebieten den betroffenen Eigentümern eine entsprechende Mitwirkungsmöglichkeit einzuräumen ist bzw. auch die Eigentümerrechte zu wahren sind“, verweist WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger auf die von Anfang an klare Linie der Wirtschaftskammer in Sachen Natura-2000. Mit Erfolg: So wurden – mit tatkräftiger Unterstützung der Naturschutzabteilung des Landes – nicht nur die betroffenen Eigentümer vorbildlich eingebunden, sondern betrieblich genutzte Areale wenn irgend möglich ausgespart. Infolge von Nachnominierungen im Umfang von weiteren etwa 1,6 Prozent an Stelle der ursprünglich geforderten 18 Prozent der oö. Landesfläche stellte die europäische Kommission im Juli dieses Jahres das Verfahren wegen behaupteter ungenügender Ausweisung von Natur-2000-Schutzgebieten ein, wodurch die Nachmeldung weiterer Gebiete obsolet wurde.

„Natur- und Umweltschutz werden gerade in Oberösterreich von den Betrieben großgeschrieben und gelebt. Aber auch der Wirtschaftsstandort als Basis für breiten Wohlstand und soziale Absicherung ist zukunftsrelevant und besonders schützenswert. Durch Augenmaß und intensives ‚miteinander reden‘ ist es gelungen, einen für alle akzeptablen Kompromiss zu finden“, freut sich WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer über den späten Sieg der Vernunft.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV