Geldwäsche-Probleme und ein Datenleck

Eine von den Aufsichtsbehörden geschlossene Bank in Litauen diente früher als Durchlaufstelle für Milliardensummen mit Offshore- und Osteuropa-Bezug. Durch ein Datenleck haben Journalisten nun tiefen Einblick in die Zahlungsströme erhalten. Besonders hinterfragenswert: die Rolle von Raiffeisen.

Wer sich heutzutage auf die Internetseite der litauischen Ukio Bankas verirrt, wird von einem kurzen, trockenen Text begrüßt. Zu lesen ist, dass am 2. Mai 2013 ein Konkursverfahren gegen das Finanzinstitut eingeleitet worden war. Einige Wochen vorher hatte bereits die litauische Nationalbank den Betrieb eingeschränkt. Eine Überprüfung hatte eine Reihe schwerwiegender Beanstandungen ergeben. Unter anderem habe Ukio „riskante Aktivitäten“ durchgeführt.

Mehr als fünf Jahre später legt der amtierende Chef der litauischen Notenbank, Vitas Vasiliauskas, nach: „Soweit es Geldwäsche betrifft, würde ich schon sagen, dass diese Bank Probleme hatte“, erklärt Vasiliauskas in einem Interview mit der finnischen Rundfunkanstalt YLE. „Ukio war ein Transaktionsvehikel für gewisse Geldflüsse.“+

Datenleck aus Litauen

Welche Geldflüsse das waren, offenbart ein riesiges Leck aus Bankdaten, das unter dem Titel „Ukio-Leaks“ bzw. „Troika Laundromat“ von Medien in zahlreichen Ländern – darunter der britische Guardian und die Süddeutsche Zeitung – ausgewertet wurde. Insgesamt handelt es sich um mehr als 1,3 Millionen Überweisungsdaten und darüber hinaus noch zahllose Rechnungen, Verträge und E-Mails. Erhalten haben diese Daten das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) – eine internationale Investigativjournalismusplattform – sowie die dänische Zeitung Berlingske und das litauische Onlineportal 15min.lt.

In Österreich analysieren Addendum und Profil das vorliegende Material. Und dabei zeigt sich vor allem eins: Die litauische Bank, die den zitierten Aussagen zufolge ein Geldwäsche-Problem hatte, und Raiffeisen in Österreich agierten mitunter Hand in Hand. Zahlreiche Kontoinhaber bei Ukio wiesen auf Rechnungen die Raiffeisen Zentralbank (RZB) als Korrespondenzbank aus. Demzufolge hat….

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Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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