Sozialressort verdoppelt Ausbildungsplätze in der Altenpflege

Sozialressort stellt 1.080 Ausbildungsplätze zur Verfügung

Während die Anzahl der pflegebedürftigen Oberösterreicher/innen steigt, ist die Zahl der Absolvent/innen in Pflegeberufen rückläufig. „Die Tatsache, dass immer weniger Absolvent/innen als Fach-Sozialbetreuer/in (FSB „A“) abschließen und gleichzeitig die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt, erfordert ein massives Gegensteuern. Bereits letztes Jahr habe ich zusätzlich zum bewährten Stiftungsmodell ein Fachkräftestipendium gefordert und flexiblere Angebote in der Ausbildung angekündigt. Beides ist nun realisiert. Ebenso schließen wir mit dem Lehrgang „Junge Pflege“ eine Ausbildungslücke. Darüberhinaus bietet das Kombi-Modell „Ausbildung plus Anstellung“ eine zusätzliche Chance, mehr Pflegekräfte zu gewinnen, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Unter diesen positiven Grundvoraussetzungen hat das Sozialressort die Anzahl der Ausbildungsplätze für das Jahr 2019 nahezu verdoppelt. Rund 1,6 Millionen Euro sind für die Ausbildung von Pflegekräften budgetiert. Mit insgesamt 36 Ausbildungslehrgängen im Jahr 2019 werden 1080 Ausbildungsplätze angeboten.

Das Sozialressort hat den Personalbedarf der nächsten Jahre erhoben. In diese Auswertung wurden der notwendige Ausbau der Altenbetreuungsangebote auf Grund der Demographie, die anstehenden Pensionierungen und die natürliche Fluktuation einberechnet. Der errechnete Mehrbedarf von 1.600 Personaleinheiten (Vollzeitäquivalente) bis zum Jahr 2025 umfasst sowohl den mobilen als auch den stationären Bereich. Konkret bedeutet dieser Mehrbedarf, dass jährlich künftig rund 800 Personen eine kostenlose Ausbildung beginnen müssen, um das System langfristig abzusichern.

Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen 2020-2040

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird landesweit von derzeit rund 80.000 auf zirka 126.000 im Jahr 2040 steigen.

Rückgang an Absolvent/innen

2017 und 2018 absolvierten jährlich rund 380 Absolvent/innen die Ausbildung Fachsolzialbetreuer/in Altenarbeit (FSB „A) Zwischen 2011 und 2016 waren es deutlich mehr.

2020 2025 2030 2035 2040 Veränderung 20/2040
86.253 94.005 102.711 112.915 125.876 +45,9%

Neue flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten

Erstmals gibt es im Jahr 2019 verkürzte Kompaktausbildungen. Diese sind für Personen gedacht, die die Ausbildung möglichst effizient absolvieren wollen, um rasch in den Beruf einzusteigen.

Österreichweit einzigartig ist der seit November 2018 laufende Ausbildungskurs „Junge Pflege“. 2019 werden weitere zwei Lehrgänge dieser erfolgversprechenden Ausbildung gestartet. Zusätzlich gibt es Vorbereitungslehrgänge, die für Menschen mit fehlenden Zugangsvoraussetzungen (z.B. Alter, mangelnde Deutschkenntnisse) bzw. zum Kennenlernen des Beruffeldes angeboten werden.

Für Personen, die Kinderbetreuungspflichten haben oder sich in einem Anstellungsverhältnis befinden, werden berufsbegleitende Ausbildungen ermöglicht.

Der Kombi-Lehrgang „Ausbildung und Anstellung“ sieht vor, dass es ab Herbst möglich ist, im Rahmen einer Teilzeit-Anstellung in einem Alten- und Pflegeheim ein Einkommen zu erzielen und parallel eine fundierte Ausbildung für den Sozialbereich zu erlangen.

Durch diese Flexibilisierung ist es möglich, alle Zielgruppen bestmöglich zu erreichen“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Ausbildung Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit – Lehrgänge 2019

Schule

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: „Der größte Teil des Personals in der Altenbetreuung sind Personen, die sich im Alter zwischen 30 und 40 Jahren umschulen lassen. Diese Personen haben bereits einen anderen Beruf erlernt und ausgeübt, sind hoch motiviert für den Sozialbereich und auf Grund ihrer Lebenserfahrung persönlich gefestigt. Für diese Gruppe ist es besonders wichtig, während der 2-jährigen Ausbildungszeit auch wenn die Ausbildung kostenlos ist ein Einkommen zu haben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Neben dem Stiftungsmodell steht seit 1. Jänner auch das Fachkräftestipendium wieder zur Verfügung. Zusätzlich wollen wir auch mit der neuen Möglichkeit, sich bereits während der Ausbildung anstellen zu lassen, vermehrt Personen für den Pflegeberuf gewinnen.

Finanzierung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung

Implacementstiftung

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, die Ausbildung über eine Arbeitsstiftung zu absolvieren. Dabei werden die Stiftungsteilnehmer/innen während der Ausbildung von einer Altenbetreuungseinrichtung begleitet. Ziel ist es, nach der Ausbildung dort ein Dienstverhältnis zu begründen. Vom AMS erhalten die Teilnehmer/innen eine Unterstützung für die Finanzierung des Lebensunterhaltes, mind. 25,60 Euro pro Tag. Zusätzlich wird an Stiftungsteilnehmer/innen ein ausbildungsbedingter monatlicher Zuschuss von 200 Euro ausbezahlt.

Fachkräftestipendium (FKS):

Unter bestimmten Voraussetzungen kann beim AMS das Fachkräftestipendium beantragt werden. In diesem Fall erhält man während der Ausbildung vom AMS eine Förderung zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Mindestbetrag: 29,60 Euro pro Tag.

Kombimodell Ausbildung & Anstellung

Diesem Modell liegt ein Dienstverhältnis bei einem Heimträger im Stundenausmaß von 20 Wochenstunden zugrunde. 10 Stunden davon werden als Arbeitsleistung absolviert, 10 Stunden stehen für die Ausbildung zur Verfügung. Der Gesamtaufwand (Arbeit und Ausbildung) beträgt 40 Wochenstunden.

Das Einstiegsgehalt entspricht den jeweiligen Kollektivverträgen und wird nach erfolgreichem Abschluss der unterschiedlichen Ausbildungsabschnitte (Heimhelfer, Pflegeassistenz) angepasst.

Bildungskarenz Arbeitspause für Weiterbildung

Die Bildungskarenz eröffnet Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit, sich bis zu einem Jahr von der Arbeit freistellen zu lassen, um sich der Aus- und Weiterbildung zu widmen, ohne dafür das Arbeitsverhältnis aufzulösen (Zustimmung durch Dienstgeber erforderlich).

Service- und Beratungsstelle für Ausbildungen in Sozial- und Gesundheitsberufen

Die SoNe Soziales Netzwerk GmbH (SoNe) ist ein wichtiger Partner in der Altenarbeit und koordiniert verschiedenste Themen und Projekte im Sozialbereich. Die Mitarbeiter/innen können im Bereich der Beratung auf ein breites Erfahrungswissen zurückgreifen – nicht zuletzt durch die jahrelange Beratung und Begleitung von Teilnehmer/innen der Altenheim- Implacementstiftung (ALIS).

Seit vielen Jahren wird die SoNe als Anlaufstelle für diverse Fragen zum Thema Ausbildungen im Sozialbereich gesehen. „Nicht nur Interessent/innen wenden sich mit unterschiedlichsten Fragen an uns, auch Schulen, AMS-Regionalstellen, diverse Beratungsstellen (z.B. Frauenberufszentren, Migrationsvereine, Anbieter von Berufsorientierungslehrgängen), Heime und Träger holen bei der SoNe Informationen zu Themen rund um Ausbildung und Finanzierungsmöglichkeiten ein“, erklärt Martin König, Geschäftsführer der SoNe.

Das Beratungsangebot erstreckt sich auf alle Regionen Oberösterreichs.
Zusätzlich ist es natürlich möglich, sich direkt an die Schulen und Heimbetreiber zu wenden.

Kampagne Sinnstifter www.sinnstifter.at

Mit dieser Kampagne soll das Image der modernen Altenarbeit gehoben und klar kommuniziert werden. Die aktuellen Berufsbilder mit all ihren Chancen sollen öffentlich noch stärker wahrgenommen werden, um kurzfristig Ausbildungsinteressierte zu gewinnen und langfristig ein positives Image für Berufe in der Altenarbeit aufzubauen. Die Kampagne Sinnstifter soll dazu beitragen, Menschen zu finden, die in einem Beruf arbeiten möchten, in dem sie etwas bewegen können, die sich eine Arbeit wünschen, die Sinn macht. Dazu sollen auch die Mitarbeiter/innen in den Alten- und Pflegeheimen, Mobilen Diensten bzw. in diversen Einrichtungen sowie Verantwortliche der Altenarbeit noch mehr sensibilisiert und eingebunden werden.

Pflege als Sozialberuf ist ein Beruf mit Zukunft, der in beiden Richtungen „Sinn stiftet“ (vom Betreuer zu den betreuten Personen und umgekehrt), mit Entwicklungsmöglichkeit und mit Abwechslung.

Maßnahmen und Aktivitäten 2019:

– Neue Website www.sinnstifter.at

  • –  Ausbau der Sinnstifter-Jobbörse und vermehrte Nutzung durch AMS, Träger etc.
  • –  Überarbeitung und Erneuerung der Werbesujets
  • –  Folder über die Kampagne Sinnstifter zur breiten Streuung
  • –  Die bewährten Folder für die verschiedenen Berufe (FSB „A“, FSB „BA“, Pflegefachassistenz, Junge Pflege, Heimhilfe) werden neu gestaltet und allen Schulen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt.
  • –  Info-Mappe mit Informationen über die Kampagne (Nutzen der Kampagne Sinnstifter) inklusive CD mit Präsentationen, Imagefilm, Drucksorten, digitalem Folder, etc.
  • –  Ausbildungslehrgänge – Bewerbung in den Regionen o Infoveranstaltungen
    o Tage der offenen Tür in den Ausbildungsstätten o Inserate
    o RegionalTV
    o Mustertexte für Gemeindezeitungen
  • –  Neuer Facebook-Auftritt
  • –  Großplakatserie. Es ist geplant, oberösterreichweit mit 240 Großflächenplakaten die Ausbildungen für Sozial- und Gesundheitsberufe zu bewerben. Die Durchdringung der Marke Sinnstifter soll durch eine wechselseitige Verlinkung der Sinnstifter-Website mit den Ausbildungsstätten, Praktikumsstellen, Heimträgern, AMS, etc. intensiviert werden. Weiters soll der Sinnstifter-Button auf Einladungen zu Informationsveranstaltungen der Ausbildungsstätten, Ausschreibungen von Lehrgängen etc. verwendet werden. Tag der Altenarbeit Am 4. Oktober 2019 findet der Tag der Altenarbeit statt. Ziel der Veranstaltung – an der rund 90 Alten- und Pflegeheime teilnehmen – ist einerseits, auf die Bedeutung der Altenarbeit in unserer Gesellschaft hinzuweisen und das heutige „Altenheim“ als attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitgeber zu präsentieren. Andererseits wird über die unterschiedlichen Arbeitsfelder im Alten- und Pflegeheim sowie über mögliche Ausbildungen informiert.
  • Werbeaktivitäten bei Messen und div. Veranstaltungen

o Messe Jugend & Beruf
o Messe 50+
o Berufsinformationsmessen

o WEITERmitBILDUNG (Bildungsmesse der AK in jedem Bezirk) o Div. Informationsveranstaltungen in den Bezirken
o Infotische in Heimen und Schulen
Information in Schulen (MS, BMS, BHS, …)

Bereitstellung von Broschüren und Werbeartikeln (Sticker, Kugelschreiber, Karten,…).

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Martin König, GF SoNE, präsentieren Ausbildungsmöglichkeiten in den Altenbetreuungsberufen. Das Sozialressort finanziert 1.000 Ausbildungsplätze in Oberösterreich.
 
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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