Positive Konjunkturaussichten: OÖ deutlich über dem Bund So will OÖ 2019 bei Investoren punkten

Das reale Wirtschaftswachstum für Oberösterreich wird 2018 voraussichtlich beachtliche 3,2 % betragen. Nominell erhöht sich die Wirtschaftsleistung um 4,7 %. Nach diesen Rekordwerten erwarten wir für 2019 und 2020 einen Übergang auf ein Normalniveau mit optimistischen Wachstumsprognosen. Es wird mit einem soliden Wachstum von 2,3 % im aktuellen Jahr bzw. 2,0 % für 2020 gerechnet. Die reale Wachstumsprognose für Oberösterreich liegt 2018 0,5 Prozentpunkte, 2019 0,3 Prozentpunkte und 2019 0,2 Prozentpunkte über dem Österreich-Wert“, erklärt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zur Wirtschafts- und Konjunkturentwicklung in Oberösterreich.

Im Laufe des Jahres 2018 wurde der Höhepunkt der Hochkonjunkturphase überschritten. Wie auch bei unseren Haupthandelspartnern des Euroraums schwächt sich das Wirtschaftswachstum etwas ab, die österreichischen Rahmenbedingungen sind aber durchaus positiv zu werten – Stichwort Steuerreform, Standortentwicklungsgesetz und Arbeitszeitflexibilisierung. Die Zinsen bleiben niedrig, der Konsum stabil und die Investitionsfreudigkeit der heimischen Unternehmen hoch. Geopolitische Risiken könnten sich jedoch auf den Aufwärtstrend auswirken.

Die guten Wirtschaftskennzahlen 2018 wurden durch alle Nachfragekomponenten getragen. Sowohl ein florierender Außenhandel sowie hohe Investitionstätigkeit als auch ein reger privater Konsum führten zu außergewöhnlich hohem Wirtschaftswachstum in den letzten beiden Jahren.

Das Bruttoregionalprodukt (BRP) wird 2018 bei ca. 63,4 Mrd. Euro liegen. Heuer wird ein Wert von ca. 66,2 Mrd. Euro und 2020 von ca. 68,9 Mrd. Euro erwartet.

Die reale Wachstumsrate des oberösterreichischen Exports betrug 2018 ca. 4,5 %. 2019 sollten es 4,2 % werden. 2020 wird mit 4,0 % gerechnet. Das reale Wachstum der Investitionen beträgt 2018 4,0 % und wird 2019 bei 2,9 %  liegen. Die Ausrüstungsinvestitionen erhöhten sich 2018 um 4,4 % und 2019 werden diese voraussichtlich um 3,4 % wachsen. Auch bei den Bauten soll es 2019 eine Steigerung von ca. 2,3 % geben (2018: 3,8 %). 2020 werden die Zuwächse bei den Investitionen weiter zurückgehen (2,2 % real).

Die wichtigsten Wachstumstreiber für Oberösterreich waren im zweiten Quartal 2018 die bedeutenden Branchenfelder Maschinenbau und Herstellung elektrischer Ausrüstungen. Auch Metalle und die Metallerzeugung, Kfz und sonstiger Fahrzeugbau trugen maßgeblich zum hohen Beschäftigungs- und Produktionswachstum bei. Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im 2. Quartal 2018 wies Oberösterreich den besten Wert unter allen Bundesländern auf.

Der private Konsum wuchs 2018 um ca. 1,9 %. 2019 und 2020 wird sich der private Konsum um etwa 1,8 % erhöhen. Die Inflationsrate betrug 2018 voraussichtlich 2,0 % und steigt 2019 auf 2,1 %. 2020 wird wiederum ein Wert von etwa 2,0 % erwartet.

Arbeitsmarkt:

Das starke Wirtschaftswachstum und das hohe Arbeitskräfteangebot bewirkten 2018 einen außergewöhnlich hohen Beschäftigungsanstieg von ca. 2,4 % in Oberösterreich und auch im österreichischen Durchschnitt. 2019 wird sich die Beschäftigung auf ein immer noch deutliches Wachstum von 1,6 % abschwächen. Die nationale Arbeitslosenquote betrug 2018 5,0 % und sollte 2019 auf 4,7 % sinken. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist seit Juli 2016 um 1,4 Prozentpunkte gesunken. Die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse stieg 2018 auf fast 665.700 und wird sich 2019 auf über 676.300 erhöhen. Nach Eurostat-Definition (ILO-Konzept) ist die Arbeitslosenquote 2018 auf ca. 3,5 % gesunken. Ein weiterer Rückgang auf 3,3 % könnte sich für 2019 und 2020 ausgehen.

Tourismus:
Die Tourismuskennzahlen sind sehr stark von der Wettersituation im jeweiligen Jahr abhängig. Auch unerwartete Einflüsse wie Naturkatastrophen (Hochwasser) oder Attraktivitätsgewinne bzw. -verluste konkurrierender Urlaubsländer können einen Einfluss haben. Ein aktueller Einflussfaktor ist auch der „Sicherheitstourismus“ aufgrund der Gefahr von Terroranschlägen und Unruhen in beliebten Urlaubsländern. Die Prognose der künftigen Nächtigungs- und Gästezahlen erfolgt durch geeignete Gewichtung des 10-Jahresdurchschnitts der Wachstumsraten und der Entwicklung im Vorjahr sowie unter Einbeziehung der bereits vorhandenen Monatsergebnisse.

2018 wurde ein Nächtigungsrekord mit voraussichtlich 8,16 Millionen Nächtigungen bei einer Wachstumsrate von 5,7 % erreicht. Annähernd 3,14 Mio. Gäste besuchten unser Bundesland. Gegenüber 2017 war das eine außergewöhnlich hohe Steigerung von 6,2 %. Wie im Vorjahr liegen die Steigerungen deutlich über dem Österreich-Durchschnitt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt damit weiterhin bei 2,6 Tagen. 2019 könnte sich die Zahl der Gäste um 5,5 % auf 3,31 Mio. und die Zahl der Nächtigungen um 4,8 % auf 8,55 Mio. erhöhen.

Prognosen WIFO / IHS / ÖNB:

OÖ. Konjunkturreport“ beleuchtet wirtschaftliche Entwicklung in OÖ

Seit 2015 gibt es für Oberösterreich einen eigenen „Konjunktur- und Wirtschaftsreport“, der die wirtschaftliche Entwicklung unseres Bundeslandes beleuchtet. Er wird von der Abteilung Statistik des Amtes der oö. Landesregierung erstellt.

Mit dem aktuellen „Konjunkturreport“ sind wieder die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren für Oberösterreich verfügbar. „Da derselbe Prognosezeitraum wie bei den publizierten Österreich-Ergebnissen der renommierten Wirtschaftsforschungsinstitute verwendet wird, gibt es vergleichbare Zahlen und Daten, aus denen Oberösterreichs Benchmarks ablesbar sind“, betont Wirtschafts-Landesrat Achleitner.

93 Ansiedlungen bzw. Erweiterungen hat das Land OÖ 2018 unterstützt:

2018 war das Jahr der Betriebsansiedlungen in Oberösterreich: 93 Ansiedlungen bzw. Erweiterungen hat das Land OÖ unterstützt und so 2.092 Arbeitsplätze geschaffen. Das Investitionsvolumen betrug rund 493 Mio. Euro. Die oö. Standortagentur Business Upper Austria konnte ihren Schwerpunkt für 2018 erfolgreich umsetzen und 16 Unternehmen von außerhalb nach Oberösterreich holen. Die Gründe dafür sind neben der guten Konjunktur die raschen und entbürokratisierten Genehmigungsverfahren sowie die professionelle Betreuung durch die Business Upper Austria. 2019 stehen drei Schwerpunkte auf dem Programm: Das Thema Fachkräfte, die Reaktivierung von Industrie- und Gewerbebrachen sowie das Gewinnen internationaler Investoren.

In den letzten Jahren hat das Land OÖ viel bewegt, um die bürokratischen Hürden für Unternehmen zu verringern. Dies spiegelt sich auch in der hohen Anzahl an Betriebsansiedlungen wieder: 2018 wurden 93 Investitionsprojekte mit 2.092 neuen Arbeitsplätzen für den Standort Oberösterreich erfolgreich realisiert. Damit wurden 2018 noch mehr Arbeitsplätze geschaffen als im Jahr 2017, in dem 2.035 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Das Investitionsvolumen 2018 betrug rund 493 Mio. Euro.

„Durch Entbürokratisierung und Deregulierung, insbesondere bei der Verfahrensbeschleunigung oder der Digitalisierung von amtlichen Abläufen, konnten wir Unternehmen bürokratische Hürden aus dem Weg räumen und ihnen so das Wirtschaften erleichtern“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. Damit haben wir die Investitionsfreude angekurbelt, was sich u.a. in der hohen Zahl an Betriebsansiedlungen und neu geschaffenen Arbeitsplätzen widerspiegelt, so LR Achleitner.

OÖ: Beliebter Standort bei Unternehmen:

Neben der guten Wirtschaftslage 2018 sowie der rascheren Abwicklung von Genehmigungsverfahren liegen die Gründe für die hohen Investitionen auch in der professionellen Betreuung durch die oö. Standortagentur Business Upper Austria. Vergangenes Jahr stand unter anderem die Ansiedlung internationaler Unternehmen im Fokus der Standortagentur. 16 Unternehmen konnten 2018 von außerhalb nach Oberösterreich geholt werden. Die Entwicklung von Standorten und Betriebsflächen sowie die Unterstützung bei der Fachkräftesuche und Mitarbeiterqualifizierung zählen ebenso zum Investoren-Service von Business Upper Austria wie die Prozessbegleitung bei Betriebsansiedlungen.

Task Force Investition:

Die „Task Force Investition“ unterstützte auch 2018 wieder erfolgreich Unternehmen, die in Oberösterreich investieren wollten und dabei mit verschiedenen Hürden zu kämpfen hatten: Ob Fragen der Flächenwidmung, Anlagenrecht oder auch Anrainer-Interessen – Investitionsvorhaben können durch unterschiedliche Faktoren verzögert oder gar verhindert werden. Die „Task Force Investition“ wurde 2015 im Rahmen der „OÖ. Wachstumsoffensive“ für diese besonders schwierigen Fälle ins Leben gerufen. Für 16 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 195,610 Mio. Euro und 449 neuen Arbeitsplätzen konnten die Profis der Task Force 2018 wieder eine Lösung finden.

Beispielprojekte:

Ansiedlung LeddarTech/Kanada

Im Herbst 2018 siedelte sich das kanadische Hightech-Unternehmen LeddarTech in der Neuen Werft im Linzer Hafen an. Kerngeschäft ist die Entwicklung von Fahrassistenz-Chips für autonome Fahrzeuge aller Art. LeddarTech findet in Oberösterreich vielfältiges Know-how im Bereich Mikroelektronik sowohl auf Unternehmens- als auch auf Forschungsseite vor. Business Upper Austria unterstützte den von LeddarTech beauftragten Berater und stellte den Kontakt nach Linz her.

Neubau Delacon

Die Steyregger Delacon Biotechnik GmbH ist Weltmarktführer bei phytogenen Futtermittelzusatzstoffen. Seit Jahren steigt der Umsatz um zweistellige Prozentbeträge, 2018 wurde Delacon zum österreichischen Wachstumschampion gekürt. Das Unternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiter in 25 Ländern. 63 arbeiten derzeit an den beiden Standorten in Steyregg, die mittlerweile aus allen Nähten platzen. Das neue Betriebsgebäude in Engerwitzdorf wird Platz für hundert Mitarbeiter bieten. Im Oktober erfolgte

Pressekonferenz am 07. Februar 2019

LR Achleitner / Pamminger 10

der Spatenstich. Die Investitionssumme beträgt 20 Mio. Euro, 50 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Die oö. Standortagentur Business Upper Austria unterstützte bei der Grundstücksuche und –auswahl, bei der Finanzierung und Förderung sowie bei den Behördenkontakten.

Umsiedlung Steyr-Werner
Die positiven Zukunftsperspektiven der Steyr-Werner Technischer Handel GmbH machten eine Expansion am Standort in Pasching notwendig. Der Spatenstich für den neuen Unternehmenskomplex erfolgte Mitte Juni. Business Upper Austria betreute das Unternehmen bei der Grundstücksuche und –auswahl, Finanzierung, Förderung und bei Behördenkontakten sowie beim Verkauf des alten Betriebsgebäudes.

Schwerpunkte 2019:

Für 2019 stehen bei Business Upper Austria drei Schwerpunkte auf dem Programm. „Wir werden uns verstärkt dem Thema Fachkräfte, dem Reaktivieren von Industrie- und Gewerbebrachen sowie dem weiteren Gewinnen internationaler Investoren widmen“, sagt Geschäftsführer Werner Pamminger. Die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften wird immer mehr zum Standortfaktor – vor allem im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Die Aktivitäten setzen daher sowohl bei der Qualifizierung bestehender Mitarbeiter/innen als auch beim Gewinnen zusätzlicher, internationaler Fachkräfte an.

Details:

Reaktivierung von Industrie- und Gewerbebrachen:
Ein aktuelles Projekt der oö. Standortagentur Business Upper Austria erhebt erstmals alle Industrie- und Gewerbebrachen des Landes und legt weitere Schritte für eine nachhaltige Nutzung fest. Bislang gab es keine gültigen Zahlen zu Anzahl und Größe der Industriebrachen oder eine Auswertung über deren Qualität. In einem ersten Schritt konnten 68 Hektar an Industrie- und Gewerbebrachen eruiert werden – das entspricht einer Fläche von 95 Fußballfeldern. Wieviel davon tatsächlich für Betriebsansiedlungen reaktiviert werden kann und welche alternativen Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, soll bis zum Frühjahr 2019 feststehen.

Fachkräfte:
Im Wettbewerb mit anderen Standorten ist die Verfügbarkeit von Fachkräften ein zentraler Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Deswegen wird sich Business Upper Austria intensiv mit den Themen „Betriebliches Fachkräfteservice“, „Arbeitsmarktpolitisches Standortmanagement“ und „Talent Attraction“ beschäftigen. Ein Fokus der Aktivitäten liegt auf der Qualifizierung bestehender Mitarbeiter/innen. Der Qualifizierungsverbund Digitale Kompetenz beispielsweise unterstützt Unternehmen bei der individuellen Planung und gemeinsamen Durchführung von betrieblichen Aus- und Weiterbildungen zur Förderung digitaler Kompetenzen. Im Lehrgang „Digital Transfer Manager“ erfahren Mitarbeiter, wie sich in ihren Arbeitsbereichen digitale Prozesse auch ohne großes Vorwissen bewältigen lassen.

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels werden auch im Bereich Talent Attraction 2019 verschiedene Aktivitäten gesetzt: Die Initiative „#IT_rocks“ soll den Fachkräftenachwuchs in der IT-Branche sichern. Mithilfe der Hochschulkampagne „Upper Space“ sollen Studierende aus dem Ausland nach Oberösterreich geholt werden. Die Initiative „Welcome2Upper Austria“ des Netzwerks Humanressourcen bietet internationalen Fach- und Führungskräften, die in Oberösterreich leben und arbeiten, vielfältige Unterstützungsleistungen und entlastet dadurch die HR-Abteilungen in Unternehmen.

Internationale Investoren
Die oö. Standortagentur Business Upper Austria betreut derzeit 47 internationale Projekte. Ziel ist, möglichst viele der in Betreuung befindlichen Unternehmen in OÖ anzusiedeln.

Foto v.l.: Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Ing. DI (FH) Werner Pamminger, GF Business Upper Austria.

Foto: Land OÖ/Vanessa
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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