Hummer: Mit regionalen Aufträgen die Betriebe in den Regionen stärken

Auf rund 40 Mrd. Euro jährlich wird das Volumen öffentlicher Aufträge in Österreich geschätzt. Alleine in Oberösterreich investieren die Kommunen etwa eine halbe Milliarde Euro und das Land mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr. „Diese Zahlen zeigen, dass öffentliche Investitionen ein ganz wesentlicher Faktor und Impulsgeber sind. Die Gemeinden und das Land Oberösterreich sind als öffentliche Auftraggeber daher wichtige Partner für unsere Wirtschaft. Das gilt besonders für die vielen KMU und Familienunternehmen, denn gerade draußen in den Regionen sind öffentliche Aufträge unverzichtbare Garanten für Auslastung, Wachstum, Beschäftigung und somit Eckpfeiler für Standort- und Lebensqualität“, unterstreicht Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Viele positive Effekte einer regionalen Auftragsvergabe
Die verstärkte Nachfrage nach Leistungen regionaler Betriebe bringt eine Fülle von Vorteilen: Mehr Investitionen in die betriebliche Infrastruktur und mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze erhöhen die Kaufkraft, was wiederum höhere Steuern und Abgaben generiert. Eine Analyse der KMU Forschung Austria ergab, dass ein zusätzliches öffentliches Auftragsvolumen von 1 Mio. Euro rund 10 neue Arbeitsplätze in der Region sichert, für zusätzliche Kommunalabgaben in Höhe von 7.300 Euro sorgt und die regionale Kaufkraft um 200.000 Euro erhöht. „Hinzu kommt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, denn sie beschäftigen nicht nur die Mitarbeiter aus der Region, sondern sie unterstützen vielfach örtliche Vereine und stellen Mitarbeiter, etwa für Einsätze bei freiwilligen Organisationen, wie Feuerwehr oder Rettung frei“, verweist WKOÖ-Präsidentin Hummer auf einen weiteren Aspekt.

Handbuch zur Regionalvergabe mit Praxisfällen
„Um Kaufkraft und Wertschöpfung in der Region zu halten, müssen wir daher alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit unsere Betriebe bei öffentlichen Ausschreibungen bestmöglich berücksichtigt werden und bei der Vergabe von Aufträgen verstärkt zum Zug kommen“, so die WKOÖ-Präsidentin. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich hat deshalb gemeinsam mit renommierten Rechtsexperten ein „Handbuch zur Regionalvergabe mit Praxisbeispielen“ entwickelt und stellt dieses nunmehr allen oö. Gemeinden zur Verfügung. „Zentrales Ziel dieses Handbuchs ist, den mit dem öffentlichen Beschaffungswesen befassten Bürgermeistern und Amtsleitern Chancen und Wege aufzuzeigen, um regionale Unternehmen optimal bei der öffentlichen Auftragsvergabe zu beteiligen. Das Vergabehandbuch bietet Checklisten und Praxisfälle und ist damit gleichsam ein ,gedrucktes Navigationsgerät‘ für das regionale Vergabeverfahren“, präzisiert Hummer.

„Stärken wir gemeinsam die Wirtschaftskraft in unseren Regionen, stärken wir gemeinsam den Standort Oberösterreich“, appelliert Hummer an die jeweiligen Verantwortungsträger, bei ihren Auftragsvergaben die heimischen Betriebe optimiert zu berücksichtigen.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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