Informationen der ZAMG
13. Juni, 2018 um 11:21

Am Dienstag in Puchberg (NÖ) Regenrekord: 116 Millimeter in wenigen Stunden
Auch am Mittwoch werden Gewitter und Starkregen noch in einigen Regionen Österreichs für Probleme sorgen, die ZAMG hat mehrere Wetterwarnungen ausgegeben. Im Osten und Süden Österreichs können sich stellenweise schwere Gewitter bilden, mit Starkregen, Sturmböen und Hagel.
An der Nordseite der Alpen, vor allem vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis hin zum Mostviertel und ins Mariazellergebiet, sind nicht Gewitter das Problem, sondern starker Dauerregen. Hier regnet es größtenteils bis in die Nacht hinein ohne Pause. Muren und kleinräumige Überschwemmungen sind möglich.

Beruhigung ab Donnerstag
Am Donnerstag sind keine schweren Gewitter zu erwarten. Zeitweise regnet es noch, im Laufe des Tages lockern die Wolken dann etwas auf, und die Sonne kann hervorkommen. Es nicht mehr so warm wie in den letzten Tagen, mit Höchstwerten zwischen 16 und 22 Grad. Der Freitag bringt 20 bis 25 Grad und eine Mischung aus Sonne und Wolken. Vereinzelt können am Nachmittag Regenschauer entstehen, besonders im Bergland. Am Wochenende wird es mit 22 bis 28 Grad wieder etwas wärmer. Am Samstag ist es in der Westhälfte Österreichs überwiegend sonnig und in der Osthälfte wechselhaft, mit Sonne, Wolken und gewittrigen Regenschauern. Der Sonntag dürfte dann überall unbeständiger verlaufen: zeitweise zeigt sich zwar die Sonne, aber auch Regenschauer und Gewitter können entstehen.

Regenrekord in Puchberg am Schneeberg
Am Dienstag (12.6.2018) brachten die Unwetter in Niederösterreich im Bezirk Neunkirchen einen Rekordregen. An der ZAMG-Wetterstation in Puchberg am Schneeberg schüttete es in wenigen Stunden 116 Millimeter. Das ist hier die größte jemals gemessene Regenmenge innerhalb eines
Tages. Der bisherige Rekord für stammt mit 102 Millimeter vom 5. September 2007. Die Messreihe geht in Puchberg bis ins Jahr 1949 zurück. Der österreichweite Rekord im Messnetz der ZAMG für die Regenmenge innerhalb eines Tages liegt bei 233 Millimeter am Loiblpass (K, 1097m Seehöhe), gemessen am 4. September 2009.

In drei Stunden fast die gesamte Monatsmenge an Regen
Ein Großteil des Regens kam am Dienstag innerhalb von wenigen Stunden zusammen. So regnete es in Puchberg in rund drei Stunden 103 Millimeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni regnet es in Puchberg im gesamten Monat 120 Millimeter.

Auf der Rax zweithöchste Tages-Regenmenge
An der Wetterstation der ZAMG auf der Rax (1547 m Seehöhe) wurden am Dienstag 102 Millimeter Regen gemessen. Das ist hier der zweithöchste Wert der Messgeschichte. Der Rekord liegt bei 112 Millimeter innerhalb eines Tages, gemessen am 23. Juli 2008. Auch auf der Rax kam am Dienstag
der Großteil des Regens innerhalb kurzer Zeit zusammen: In nur vier Stunden schüttete es 83 Millimeter.

Gewitter mit Sturmböen über 100 km/h
Die Unwetter brachten stellenweise auch heftige Windböen. Die stärkste Böe wurde am Dienstag mit 116 km/h an der ZAMG-Wetterstation am Sonnwendstein (1500 m Seehöhe) im Semmering-Gebiet gemessen. In Graz erreichten die Sturmböen bis zu 111 km/h, in bad Eisenkappel in Kärnten
bis zu 102 km/h.

NÖ: fast die Hälfte aller Blitzeinschläge in Neunkirchen
Die meisten Blitze gab es am Dienstag (12.6.18) in der Steiermark und in Niederösterreich. In der Steiermark registrierte das österreichische Blitzortungssystem ALDIS 4.686 Blitzeinschläge, in Niederösterreich 1.881. Fast die Hälfte aller Blitzeinschläge Niederösterreichs gab es bei den Unwettern im Bezirk Neunkirchen. Hier schlug am Dienstag 865 Mal ein Blitz ein.

Stärkster Start in die Blitzsaison seit dem Jahr 2009
Im Jahr 2018 registrierte das österreichische Blitzortungssystem ALDIS bereits rund 66.000 Blitzeinschläge in Österreich. Das ist der stärkste Start in die Blitzsaison seit dem Jahr 2009. Damals schlug bis Anfang Juni knapp 80.000 Mal der Blitz ein.
Zählt man neben den Einschlägen (Wolke-Erde-Blitze) auch andere Blitzentladungen dazu (z.B. Impulse innerhalb der Wolken), blitzte es heuer in Österreich bereits rund 440.000 Mal. Auch dieser Wert liegt deutlich über dem vieljährigen Durchschnitt.

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