Pädagogik traf Wirtschaft im WIFI Oberösterreich
21. April, 2017 um 13:48

Wie wird in Zukunft Arbeit aussehen? Was bedeutet zukunftsorientiertes Lernen und warum nimmt gerade der Mensch im digitalen Zeitalter eine immer wichtigere Rolle ein? Fragen wie diese wurden im Rahmen des dritten Berufsorientierungskongresses im WIFI diskutiert und damit den Teilnehmern ein Blick über den Tellerrand auf eine Generation geboten, die sich stärker im Wandel befindet als alle zuvor.

„Das Megathema Digitalisierung beschäftigt uns schon lange und neues Denken ist notwendig, auch in der Ausbildung. Häufig kommt es bei der Auswahl des Bildungswegs zu Fehlentscheidungen. Deshalb wollen wir als WKO aktiv die Schulen und Lehrkräfte unterstützen, einen effektiven Berufsorientierungs-Unterricht umzusetzen“, startete WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Frosch­auer in den Kongress. Für Rudolf Mark, Bildungssprecher der Sparte Industrie ist die wichtigste Botschaft: „Die Industrie braucht die Leute in der Lehre, sie ist kein Abstieg, sondern der richtige Einstieg ins Leben.“

„Aktuell arbeiten wir in Strukturen von gestern mit Methoden von heute an Problemen von morgen. Man stellt sich die Zukunft durch die Leittechnologie der Gegenwart vor, aber wie die Gesellschaft selbst in der Zukunft aussehen wird, ist essentieller als das Aussehen eines Berufsbildes. Gerade jetzt ist kein Vorsichtsdenken gefragt, sondern Querdenken. Wir brauchen Menschen, die mit frischem Geist in die Zukunft gehen und müssen Leistung anders als verhaltensorientiert bewerten“, gab Trendforscher Franz Kühmayer zu bedenken. „Die Haltung des Ermöglichens wird das Paradigma für zukunftsorientierte Unternehmen sein, nicht mehr so sehr die Kontrolle und das Machen. Dazu gehört aber auch das Anbieten einer unterstützenden Umgebung. Das gilt ebenso für Schulen“, ist Kommunikationsmanagerin Carina Trapl überzeugt.

Als Flüchtlingskind kam Ali Mahlodji nach Österreich und wuchs im Flüchtlingslager Traiskirchen auf. Heute nach über 40 Jobs ist er höchst erfolgreich und Gründer der Videoplattform Whatchado. Auf dieser erzählen rund 6000 Menschen ihre Erfolgsgeschichte, geben anderen so einen persönlichen Einblick in ihr Berufbild. „Kinder, die heute in der Schule sind, sind in 15 Jahren die Welt. Eine große Verantwortung liegt hier auch bei den Lehrern. Erweckt in den Jugendlichen die Neugierde, dann beginnen sie zu fliegen”, motivierte Mahlodji.

Der Berufsorientierungskongress ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Karriereberatung der WKOÖ, der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft OÖ sowie der Sparte Industrie der WKOÖ und der Pädagogischen Hochschule OÖ.

Ali Mahlodji beim Berufsorientierungskongress im WIFI.

Beim Berufsorientierungskongress v. l.: Elisabeth Manhal, Rudolf Mark, Carina Trapl, Franz Kühmayer, Angelika Sery-Froschauer, Josef Oberneder und Gerhard Wildmoser.
Fotos: cityfoto

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